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Die Prozessbegleiter für Ko-Kreation
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Bilder im Kopf: Visualisierung in der Prozessbegleitung

Dachte sich der Mensch vor 40.000 Jahren in französischen Höhlen „Oh ne, die Zeichnung ist jetzt wirklich nicht perfekt. Das muss ich morgen direkt noch einmal neu an die Felswand malen. Oder ich lass es lieber gleich, weil ich nicht gut darin bin!“, als er versehentlich aus dem Mammut einen Elefanten machte, weil die Hörner nicht mehr in seine Zeichnung passten?

Studien konnte wir keine finden, doch wir denken wir lehne uns nicht allzu weit aus dem Fenster, wenn wir behaupte, dass man in der Altsteinzeit nicht die eigene Kreativität anzweifelte als es darum ging Kriegssiege und erfolgreiche Jagden zu dokumentieren.

Wenn aus Intuition Perfektion wird: Kreativität im 21. Jahrhundert

Erste Formen der Zeichnungen entdecken Forscher*innen als Höhlenmalerei mit Handabdrücken und Tierformen in rötlich-oranger Farbe vor tausenden Jahren in Frankreich und Spanien. 

Heute im Jahr 2022 zucken schon viele Menschen zusammen, wenn sie nur das Wort Kreativität hören. Als Kind war ein weißes Blatt kein Problem. Heute macht uns das „sozialisierte“ Gehirn einen Strich durch das Vorhaben, kreativ sein zu wollen.  

Mihaly Csikszentmihalyi, Professor der Psychologie an der Universität Chicago, schreibt in seinem Buch „Kreativität“, dass Kreativität gern und oft bewundert wird & als etwas Besonderes, Übernatürliches angesehen wird. Dabei ist jeder Mensch kreativ. Bestimmte Umstände fördern unsere Kreativität. Das Schulsystem, unsere Sozialisierung und Erziehung bewirken nicht nur laut Vera F. Birkenbihl, einer Expertin für gehirngerechtes Lernen, eher das Gegenteil.

Kreativ zu sein, bedeutet eigentlich nur unterschiedliche Hirnsynapsen beim Lösen eines Problems zu nutzen – eine Fähigkeit auf die jede*r mit etwas Übung Zugriff hat. Der erste Schritt ist, daran zu glauben. 

Apfel in Pixel vs. Apfel in Buchstaben

Den Bleistift über das Papier zu wirbeln, scheint für viele Menschen eine Herausforderung. Wohingegen es für unser Gehirn ein Leichtes ist Zeichnungen und Bilder zu entschlüsseln. Ein Bild von einem Apfel verarbeitet es sehend 60.000 mal schneller, als beim Lesen des Wortes „Apfel“. Unser Gehirn ist blitzschnell, wenn es um Bildinformationen geht, reichert sie gleichzeitig mit Emotionen an und verankert sie in unseren Erinnerungen. 

Sachen, die wir sehen oder selbst machen, behalten wir zu 80%. Beim Lesen schaffen es nur 20% der Informationen in unser Gedächtnis.

Wie effektiv sind Bilder
Infografik via blog.hubspot

 

 

Visualisierungen

  • werden schneller verarbeitet und verstanden,
  • rufen Emotionen hervor,
  • bleiben in Erinnerung,
  • können von jedem*r mit der notwenigen Übung gestaltet werden.

Diese Erkenntnisse über den Wert von Grafiken macht sich das Graphic Recording zunutze:

Graphic Recording in der Prozessbegleitung

„Graphic Recording ist das visuell mit Zeichnungen unterstützte Protokollieren von Kernaussagen auf jeder Art von Veranstaltung. Es ist eine relativ junge Dienstleistung und erstellt visuell attraktive Großposter als illustriertes Protokoll. Die Bilder können analog auf Papier oder modern digital auf dem Tablet entstehen.“, schreibt Dr. Wolfgang Irber, der seit 2009 Visualisierungen in unterschiedlichen Varianten anbietet. 

Visualisierung von Prozessen bei Stadt, Politik, Organisation
Visualisierung von Elke Ehninger
Visualisierung
Graphic Recording Miss Vizzz

Bilder zusammen mit Worten erzählen Geschichten. Prozesse, die von der Dynamik der Gleichzeitigkeit leben, können mit visuellen Methoden wie Anker wirken. Neue Arten von Denkwerkzeugen in Wandel-Prozesse entstehen und können diese über längere Zeit begleiten

Dabei gibt es unterschiedliche Formen von Visualisierungen. Wir benutzen sie als „Thinking Tool“ in der Beratung und Beteiligung. Graphic Recording oder visual facilitating sind beides Wege, Geschichten von Prozessen und komplexe Sachverhalte zu visualisieren. Mit dieser Eigenschaft sind Visualisierungen ein hilfreiches Instrument, den Überblick zu bewahren. Systemische Zusammenhänge und Wechselwirkungen werden erkenn- und verhandelbar. Perspektivwechsel kann erlebt werden. Visualisierungen sind auch Werkzeuge der Mediation, der Vermittlung zwischen verschiedenen Standpunkten und deren Wechselwirkungen. 

Städte, Politik und Organisationen profitieren von der Methode. Visualisierungen sind in der Regel universell verständlich, sie bauen Brücken und bieten wenig Fläche zur Fehlinterpretation. Visualisierungen sind unabhängig von der Branche oder Größe der Organisation einsetzbar. Laut Youtuberin Manuela Kordel z.B. kann das große Ganze dargestellt werden oder aber dessen zerlegte Einzelteile, um bis ins kleinste Detail Klarheit zu schaffen, Prozesse zu strukturieren und Inhalte zu klären. Letztendlich entsteht ein neues, verständliches ganzheitliches Bild.

Bilder sagen eben wirklich mehr als 1000 Worte.

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Autorinnen: Kristina Oldenburg, Anne Cavalier

Quellen:
vgl. Hubert Filser, 2016:
www.sueddeutsche.de/wissen/serie-die-kleinen-grossen-dinge-die-farben-des-lebens-1.3106316
vgl. Pia Heinemann, 2018:
www.welt.de/wissenschaft/article183468312/Hoehlenmalerei-So-sieht-das-aelteste-Bild-der-Welt-aus.html
vgl. Vera F. Birkenbihl:
www.youtube.com/watch?v=mOHk-yIaJVM
vgl. Mihaly Csikszentmihalyi, 2007: Kreativität: Wie Sie das Unmögliche schaffen und Ihre Grenzen überwinden
vgl. Florian Brinkmann, 2014:
t3n.de/news/visuelle-kommunikation-bild-sagt-mehr-tausend-worte-551201/
Prof. Wolfgang Irber:
wirber.de/graphic-recording/wie-funktioniert-graphic-recording/
vgl. Manuela Kordel, 2019:
www.youtube.com/watch?v=8rzMkWLTxa4

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