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Zielgruppe Smash! Die Sprache der Jugend lernen für erfolgreiche Partizipation?

Smash. Cringe. Lost. I bims. Fly sein. Smombie.

Wir glauben ganz fest dran: Wir alle sprechen die gleiche Sprache ...

… auch wenn die Jugendworte der letzten Jahre Grund zum Zweifeln geben könnten. Jede Generation ist eigen. Das ist also nichts Besonderes oder Charakteristisches für die heutige junge Generation. Entsinnen Sie sich zurück an Ihre Kindheit: spielerisch Worte chiffrieren, damit sie kein*e andere*r versteht.

„Jugendsprache ist keine Erfindung des 21. Jahrhunderts“, schreibt Céline Crevoisier auf Nahaufnahme.ch. „Von einer von der Standardsprache etwas abweichenden „Studentensprache“ wurde schon während der Reformationsbewegung im 16. Jahrhundert berichtet.“

Dabei verändert sich über die Jahre nicht nur die Standardsprache, sonst würden wir noch heute wie Goethe formulieren, sondern eben auch die Jugendsprache, die schneller veraltet. Jede Generation sorgt für neue Experimente mit der Sprache und dem Ausdruck. Dieser schnelllebige Prozess macht es überhaupt erst möglich, jedes Jahr ein neues Wort mit anderer Nuancierung als im Jahr davor, zum Jugendwort des Jahres zu erklären. Aus „krass“ wird „cringe“. Aus „jemanden abschleppen“ wird „smash“.

Eigentlich verfolgt das Jugendwort 2022 „smash“ und all seine Vorgänger und Nachfolger das gleiche Ziel wie die Geheimsprache in unser aller Kindheit: Abgrenzung von Erwachsenen und Menschen, die nicht zur Clique gehören. Spaß. Kreativität. Ausprobieren. Provozieren. Erwachsen werden.

Werfen wir gemeinsam einen Blick hinter die jungen Worte – auf die Bedürfnisse, Werte und Wünsche der Jüngsten unserer Zeit.

Von Why's, Zoomer's und Alphas

Generation Y ist heute schon älter als 25 Jahre. Sie sind die Digital Natives, lernten in ihren jungen Jahren das Internet, Smartphones und Social Media kennen. Schnuren am Telefon und piepsende Modems sind ihnen aber auch noch ein Begriff. Informationen sind für die Y’s permanent vorhanden und die Frage nach dem Warum wurde in dieser Generation zur Vision. Die Why’s reden gern mit, möchten teilhaben, verändern und den Sinn greifen.

Grafik von Kokonsult

Sie legten den Grundstein für den Wunsch nach Selbstbestimmung der Generation Z. Diese suchen nach dem Sinn, befassen sich mit vielen zukünftigen Themen, wie z.B der Mobilität. Die Mobility Zeitgeist Studie vom Zukunftsinstitut mit Auftrag von Ford zeigt, dass sich jede*r zweite junge Befragte mehr Mobilitätsangebote wünscht, die auch auf den Klimaschutz einzahlen. Mit jeder Menge Neugier besteht ein Lebensziel der Z’s darin, lebenslang zu lernen und eigene Vorstellungen und Ideen umzusetzen. Dabei setzen sie auf konstruktives Feedback und Gespräche.

Nach Y & Z folgen die Alphas als Kinder der Millennials. Sie wachsen auf, umgeben von Digitalisierung, politischer und ökologischer Instabilität und demografischem Wandel. Wohlbefinden, Familie, Sicherheit und Stabilität sind den Alphas noch wichtiger als den Z’s. Mit Apps, Smartphone und sämtlichen technischen Innovationen ausgerüstet, sollen die Kleinsten abenteuerlustig und freier von unserer strikten Fehlerkultur sein. Die Alphas möchten aktiv mitgestalten und verändern.

Alle Zeichen stehen auf Partizipation, wenn da nicht die Schwierigkeit mit der Zielgruppenansprache wäre. Sammy, 17 Jahr alt, erreicht eine Einladung zur Beteiligung in seiner Gemeinde: 

Sehr schnell stand für Sammy fest, dass er nicht an diesem Format teilnehmen möchte. Erfolgreich zu kommunizieren, bedeutet auf Augenhöhe zu kommunizieren und angepasst an die Bedürfnisse des Gegenübers. Hierbei gilt es nicht Jugend- oder Kindersprache nachzueifern. Die Ansprache sollte einfach verständlich, emotional, klar und motivierend formuliert sein, um Interesse und vor allem Neugier bei den jungen Teilnehmer*innen zu wecken.

Also Kristina, wie hättest du es gemacht?

Beteiligung dort einbauen, wo die Jugendlichen ohnehin sind: in Jugendclubs, Sportvereinen, im Schwimmbad, im Skatepark, auf dem Fußballplatz, in der Schule, im Café, im Internet.

Aufsuchende Formate, auch welche, die im „Vorbeigehen“ funktionieren. Digital verknüpft mit einem schnellen Mitmach-Tool.

Die Themen der Beteiligung mit einer besonderen Erfahrung verknüpfen „von Jugendlichen für Jugendliche“. Video-/Kunstprojekt (Graffiti-Workshop), Sitzungssaal/ Büro des Bürgermeisters, Radio-Station/ Fernsehen, Begegnung mit jungen Leuten (Protagonisten/ „Idole“). Foren mit Slam-Sessions verbinden, Jugendliche interaktiv mit einbeziehen – schon in die Frage der Gestaltung von Formaten.

Die Erwachsenen können nicht das gestalten, was die Jugendlichen toll finden. Das können Jugendliche für Jugendliche machen. Wir können es begleiten. Oder einen pädagogischen Ansatz wählen, der mit einem konkreten Projekt einhergeht.

Nicht nur reden, sondern auch gleich ein einfach realisierbares Projekt mit den Jugendlichen zusammen umsetzen. Die Jugend ist ja keine homogene Masse. Wir gehen hin und hören zu.

Chancen der Jugend- und Kinderbeteiligung

  • Stärkung der demokratischen Kompetenzen von Kindern und Jugendlichen 
  • stärkere Identifizierung mit dem Wohnort und der Gemeinde
  •  innovative Ideen
  • Zusammenarbeit unterschiedlicher Generationen 
  • Rückgang von Vandalismus 

Sprechen wir über die Zukunft von Politik. Gesellschaft. und Organisationen. sprechen wir automatisch über die jungen Generationen. Und weil ein miteinander Reden gewinnbringender ist als ein übereinander Reden, brauchen wir Jugend- und Kinderbeteiligung auf allen Ebenen. Wir müssen nicht die gleiche Sprache sprechen, um zuhören zu können. Aber wir sollten, um uns auf Augenhöhe begegnen zu können, die Bedürfnissen und Ausdrucksweisen der jungen Menschen kennen, um sie mit unserer Ansprache gewinnen und motivieren zu können; gemeinsam Demokratie zu leben und Lebenswelten zu gestalten.  

Autorinnen: Kristina Oldenburg, Anne Cavalier

Quellen:
Céline Crevoisier, 2009:
www.nahaufnahmen.ch/2009/11/09/jugendsprache
vgl. audimedes:
www.audimedes.com/de/expertenblog/kommunikations-und-konsumstile-verschiedener-generationen
vgl. Maximilian Beyer, 2021:
www.wissenschaft-im-dialog.de/projekte/wieso/artikel/beitrag/was-ist-jugendsprache-und-warum-entsteht-sie-1
vgl. Isabelle Elena Bock, 2022:
www.wirtschaftspsychologie-aktuell.de/magazin/personal/arbeitnehmende-der-zukunft-generation-z
vgl. Ford-Werke GmbH und ZukunftsInstitut:
www.zukunftsinstitut.de/fileadmin/user_upload/Publikationen/Auftragsstudien/Ford_Mobility_Zeitgeist_Studie_2020-Zukunftsinstitut.pdf
vgl. Christa Catharina Müller, 2017:
www.wuv.de/Exklusiv/Specials/Agile-Marktforschung/Wer-ist-eigentlich-diese-Generation-Alpha
vgl. Anikó Popella, 2018:
www.starkimland.de/wie-erreiche-ich-die-kinder-und-jugendlichen-in-meiner-kommune-am-besten
vgl. Deutsche Kinder- und Jugendstiftung (DKJS), 2014:
www.dkjs.de/fileadmin/Redaktion/Dokumente/programme/Leitfaden_Jugendbeteiligung.pdf
www.thalia.de/shop/home/artikeldetails/A1060548406
www.stadtsache.de/app.php
www.ljrmv.de/podcast

Titelbild via Pexels

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